Die Brücke von Berlin

Spannung und Dramatik

Die Brücke von Berlin

Was für eine Woche liegt hinter uns. Es kommt ja nicht oft vor, dass es Schorschla fertig geschriebene Artikel wieder umschreibt oder gar in den Müll wirft, weil eine neue Geschichte plötzlich alle anderen in den Schatten stellt. Aber diese Woche, da überschlugen sich förmlich die Ereignisse. Eigentlich war alles klar, ein royaler Nachruf auf Prinz Philipp, garniert mit einigen seiner legendären Fettnäpfchen-Zitate, hätte etwas königliches Flair auf Seite 3 gebracht. Dazu ein Schwenk zu Harry & Sally, nein natürlich Harry & Meghan und schon hätten wir auch das boulevardeske abgedeckt. Und nebenbei noch ein bisschen Geschichte, Militär und Windsor-Dynastie – ein thematisches Gesamtpaket, wie extra fürs Schorschla geschnürt. 

Dann, am Samstagnachmittag, nach einem torreichen 3:2-Sieg der Bayern gegen Wolfsburg, tritt auf einmal Hansi Flick auf die große Bühne. Wortwörtlich bekommt es Schorschla seine Aussagen bei Sky nicht mehr zu Papier. Aber sinngemäß diktiert der Trainer dem Reporter ins Mikro: „Auf das ‚Mia san mia‘-Geäffel kann ich gut verzichten, mich kotzt diese Vereinsführung an, die Jungs auf dem Rasen sind spitze, aber den Rest werde ich keine Sekunde vermissen. Ich will hier nur weg, lieber heute als morgen“. Ja, deshalb mögen wir den Hansi alle so gerne. Nebenbei hat er in der vergangenen Spielzeit sechs Titel mit den Münchnern geholt, auch in dieser Saison ist der Meistertitel bereits fest gebucht. Natürlich passt es einem Rummenigge ganz und gar nicht, dass nicht er rauswirft, sondern einer seiner hochbezahlten Schützlinge das Handtuch freiwillig wirft und so wird jetzt nachgetreten. Jugendspieler hat Herr Flick nicht gerade vorbildlich in den Kader eingebaut und auch sonst sei er nicht so einfach zu handeln, wie es nach außen aussieht. „Ich habe nur den Wunsch geäußert, ich weiß auch, dass ich einen Vertrag habe“, erklärt der „Bundes-Hansi“ mit einem zufriedenen und entspannten Gesichtsausdruck. Es Schorschla meint sogar, ein leichtes Grinsen erkannt zu haben. Denn Herr Flick wird wohl der Nachfolger von Jogi Löw an der Seitenline unserer Nationalmannschaft, viele Fußballfans im Lande würden auch diesen Wechsel wohl lieber heute oder morgen als nach der EM 2021 sehen. Drücken wir also die Daumen für die kickende Bundesadler-Truppe und hoffen wir, das Oliver Bierhoff Herrn Flick nicht ganz so sehr auf die Nerven geht wie ein gewisser Hasan Salihamidzic.

Soweit zum Schorschla-Sportteil. Auf der Zielgeraden der virtuellen Redaktionskonferenz krätschte dann noch einmal Markus Söder ins Geschehen. Mit seiner weltmännischen „Ich-bin-der-einzige-mögliche-Kanzler-aber-ich-verzichte-natürlich-falls-das-die-große-Schwester-nicht-kapiert“-Art macht er Armin Laschet im Handumdrehen zum Salihamidzic der Bundespolitik. Denn der CDU-Fraktionsvorsitzende ringt nahezu im griechisch-römischen Stil um Ansehen und Anerkennung, kann sich mit allerlei parteipolitischen Kniffen, Drehungen und Wendungen aus dem Würgegriff des ambitionierten Bayerischen Ministerpräsidenten retten. Da werden Erinnerungen wach an Pasquale Passarellis „Brücke von L.A.“. Am 3. August 1984 wurde  der Bantamgewichtler (bis 57 kg) bei Olympia zum großen Helden. 84 Sekunden widerstand er dem Versuch des damaligen Weltmeisters Masaki Eto, ihn zu schultern. Diese knapp eineinhalb legendären Minuten gelten heute noch als Synonym für die aufsehenerregendste Energieleistung eines deutschen Ringkämpfers. Gold für „Pasque“, „Es war ein Kampf um Leben und Tod“ erklärt der Ludwigshafener noch heute. 

Diese Heldentat machte „Pasque“ zur Sportlegende. Ob Armin Laschet die „Brücke von Berlin“ auch noch zum Positiven wenden kann, steht aktuell in den Sternen. Vielleicht wird er ja noch geschultert von seinen vermeintlichen Parteifreundinnen und -freunden. Eines scheint sicher. Markus Söder wird nicht mehr selbst auf die Matte steigen. Er lässt seinen Anhänger ringen. Das ist clever. Ob er dabei gewinnt und Gold bekommt, ist nicht sicher. Aber sein Gegner ist jedenfalls schwer angeschlagen. Vielleicht sogar angezählt. In einer neuen, nicht olympischen Disziplin: Nordrhein-Westfälisch-Bayerisch statt Griechisch-Römisch! 

Es klingt wie ein Filmtitel, aber es ist keiner, gleichwohl „Die Brücke von L.A.“ für außergewöhnliche Spannung und Dramatik steht. 

PS: Die Meinung vom Schorschla muss nicht immer mit der der Redaktion übereinstimmen.   

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