Es Schorschla und der rote Teppich

Filmgeschichte(n)

Es Schorschla und der rote Teppich

Ja, es Schorschla liebt die große Leinwand. Hollywood, diese neun überdimensionalen Lettern, die aus cineastischer Sicht die Welt bedeuten. Ben Hur. Titanic. Der Herr der Ringe. Bewegte und bewegende Filmgeschichte. Rauschende Oscarnächte, unvergesslich – auch im Hause Schorschla. Denn die Oscarnacht kann man nicht nur in den Hollywood-Hills zelebrieren, sondern auch im Siebenhügel-Weltkulturerbe-Städtchen Bamberg. So geschehen über Jahrzehnte, gute Freunde erhielten schon Wochen vor der Zeremonie eine elegante Einladung, die Gäste schmissen sich in schöne Anzüge und Kleidchen, die Frau Schorschla rollte einen roten Läufer aus und sorgte für ein kleines Buffet. Ja, es gibt halt immer einen schönen Grund zum Feiern mit guten Freunden. 

Besser gesagt: Es gab! Denn dieses Jahr saß es Schorschla am Sonntag alleine vor dem Fernseher. Es ist halt aktuell nicht so die Zeit für Feierlaune, außerdem wäre ja nur ein Gast erlaubt und dann noch diese unsägliche Ausgangssperre. Aber zumindest der rote Läufer wurde neben der Couch ausgerollt, nur so fürs Flair! 

Kurzgesagt: Party geht derzeit gar nicht und so war es Schorschla zum Wochenstart am frühesten Montagmorgen gespannt auf die große Show aus dem legendären Dolby Theatre in Hollywood. 

Und wurde gleich zu Beginn schwer enttäuscht: Denn die Oscarverleihung 2021 fand wegen der Coronapandemie unter speziellen Sicherheitsbedingungen statt. Nicht im Dolby Theatre in Hollywood, wo sich „normalerweise“ 3400 prominente Zuschauer einfinden und mehr oder weniger amüsieren, sondern in der Union Station, einem 1939 erbauten Bahnhof in Downtown Los Angeles vor 170 Personen, die sich in einer eigenartigen „Sicherheitsblase“ befanden. 

Die Zeremonie selbst könnte man zusammenfassen mit dem Begriff: „pandemisch“. Ein Abend wie die Pressekonferenz nach der Ministerpräsidentenkonferenz. Die außergewöhnlichen Umstände dieser Oscarnacht konnte und wollte auch Hollywood nicht überspielen. In enger Taktung wurden die Preise ohne große Showeinlagen vergeben. Einziger Höhepunkt: Kurz vor Schluss veranstaltete Haus-DJ Questlove ein Musikquiz, bei dem dann Glenn Close mit ihrem Wissen und ihrem Hüftschwung zum Song „Da Butt“ glänzen durfte.

Ach ja, noch kurz zu den begehrten Goldfigürchen. „Nomadland“ ist der Gewinner der Oscars – und das gleich dreifach: Das Werk von Regisseurin Chloé Zhao wurde als bester Film ausgezeichnet, Zhao bekam zudem den Preis für die beste Regie und Frances McDormand – schon zum dritten Mal – den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Der Film handelt von den modernen Nomaden der USA, von Menschen, die entwurzelt sind, weil sie kein Geld für eine Wohnung haben. Frances McDormand spielt eine Frau, die ihre Kleinstadt verlässt, um durch den amerikanischen Westen zu ziehen. 

Die vielen anderen Preise hat es Schorschla ehrlich gesagt verschlafen. Ein Kurzfilm über die Black-Lives-Matter-Bewegung wurde ausgezeichnet, „Soul“ als Animationsfilm und bester Filmsoundtrack aus dem Hause Pixar, bester animierter Kurzfilm wurde „If Anything Happens I Love You“ und bester langer Dokumentarfilm – auch das ist eine Kategorie – „My Octopus Teacher“ („Mein Lehrer, der Krake“). 

Im Halbschlaf hat es Schorschla dann doch eine echte Überraschung live miterlebt. In der Kategorie „bester Hauptdarsteller“ war der im August 2020 verstorbene Chadwick Boseman nominiert und eigentlich gesetzt gewesen. Vor der Preisverleihung war spekuliert worden, Boseman werde den Preis posthum gewinnen. Doch es kam ganz anders. Die Auszeichnung erhielt Anthony Hopkins für seine Rolle als dementer Vater im Film „The Father“. Wie überraschend diese Entscheidung war, erkennt man an der Tatsache, dass Herr Hopkins, inzwischen 83 Jahre alt, zu diesem Zeitpunkt schon im Bett lag und wohl nicht einmal davon zu träumen wagte. 

Hollywood-Star Anthony Hopkins hat bei der Oscarverleihung Geschichte geschrieben. Seinen Triumph hat er allerdings verschlafen. „Tony war in Wales, wo er aufgewachsen ist, und er schlief um 4 Uhr morgens, als ich ihn weckte, um ihm die Neuigkeiten zu erzählen“, erklärte Hopkins’ langjähriger Agent Jeremy Barber dem „People“-Magazin: „Er war so glücklich und dankbar.“ Wenigstens eine schöne Geschichte für die Filmgeschichtsbücher hat diese 93. Oscarverleihung damit geschrieben. Und es Schorschla ist sich sicher: Allein tut er sich eine solche Nacht zukünftig nicht mehr an. THE END!

PS: Die Meinung vom Schorschla muss nicht immer mit der der Redaktion übereinstimmen.   

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