Olympia 2022

The rings of fire

Olympia 2022: The rings of fire

Es war schon ein schönes Bild: Bunte Feuerwerkskörper zeichnen die fünf olympischen Ringe in den Nachthimmel von Peking. Ein toller Effekt, ebenso wie der von künstlicher Intelligenz gesteuerte Fußboden im nach wie vor beeindruckenden Vogelnest, zweifellos einem der schönsten Stadien auf diesem Globus. Sie merken schon: Es Schorschla ist ein echter Olympia-Fan. Schon immer, und das sind im vorgerückten Alter vom Schorschla schon einige Jahrzehnte. Die jüngeren WOBLA-Leser*innen werden es sich gar nicht vorstellen können, aber es gab tatsächlich schon olympische Wettkämpfe ohne Claudia Pechstein. Für die Fahnenträgerin von Team Deutschland sind es die achten Winterspiele in Folge, die 49-Jährige holte ihre erste Goldmedaille 1992 im französischen Albertville, damals hieß der deutsche Kanzler Helmut Kohl und der 1. FC Kaiserslautern wurde Deutscher Fußballmeister.

Damals vor inzwischen 30 Jahren stand bei Olympischen Spielen noch der Sport im Vordergrund. Und natürlich die olympische Familie. Da wurde gefeiert, die Stimmung in den Stadien und auf den Pisten glich einem Volksfest, jede Medaille, meist sogar jeder einzelne Olympionike, wurde gefeiert. 

Die 24. Olympischen Winterspiele sind da ganz anders. Leider. Chinas Staatschef Xi Jinping sprach am Freitag die klassische Eröffnungsformel, danach entzündeten die 20 Jahre junge Langläuferin Dinigeer Yilamujiang und der 21 Jahre alte Nordische Kombinierer Zhao Jiawen das olympische Feuer. Dinigeer ist Uigurin, stammt also aus der Volksgruppe, welche in China seit Jahren „umerzogen“, drangsaliert oder auch in Lager eingesperrt wird. Vor diesem Hintergrund wirken „Die Spiele sind unpolitisch“-Floskeln von IOC-Präsident Thomas Bach wie Hohn und Spott. 

Aber Olympia kann auch anders: Sympathisch, fair, spektakulär, freundschaftlich. Abseits von Corona-Sicherheitszonen, leeren Rängen, Schikanen von offizieller Seite, fragwürdigen Suspendierungen und offensichtlichen Manipulationen. Der deutsche Fahnenträger Francesco Friedrich zum Beispiel, der unterstützte mit einer Spende eine Crowdfunding-Kampagne für seinen österreichischen Bob-Kollegen Benjamin Maier. Dieser hätte sich sonst seine ziemlich teure Sportart nicht mehr leisten können. Friedrich entschied sich für das Premiumsponsoring und sorgte damit dafür, dass ein starker Konkurrent ihm jetzt die angestrebte Goldmedaille streitig macht. Auch das ist Olympia! 

Die Geschichten hinter den Schlagzeilen liebt es Schorschla ganz besonders. Ein Beispiel: Am Freitag durften nur 3.000 Menschen bei der Eröffnungsfeier dabei sein. Es gab keine Tickets zu kaufen – nur geladene Gäste saßen auf den Rängen. Und diese mussten nicht nur vorher unterschreiben, dass sie sich in Isolation begeben, falls es einen Positiv-Fall im Stadion gibt. Sie mussten zudem bestätigen, dass sie sich gewaschen, genug geschlafen und alle Hygieneregeln eingehalten haben. Was soll da noch schief gehen?

Vielleicht wollen die Veranstalter aus dem „Land der aufgehenden Sonne und des Lächelns“ damit zeigen, dass auch sie sich saubere Spiele wünschen. Eine heroische Zielsetzung, die wohl ähnlich unwahrscheinlich ist wie echter Schnee in den mit vielen Milliarden Yen „umgestalteten“ Naturschutzgebieten im postolympischen China. Was auch das Maskottchen Bing Dwen Dwen wohl etwas betrübt. Das kuschlige Pandabärchen ist längst der Liebling der Chinesen, in den Merchandising-Läden ist „Bing Dwen Dwen“ seit Tagen ausverkauft. Übrigens: „Bing“ hat im offiziellen chinesischen Dialekt Mandarin viele Bedeutungen – die gebräuchlichste ist „Eis“, es kann aber auch „Reinheit“ oder „Stärke“ heißen. „Dwen Dwen“ bedeutet „robust“ oder „lebendig“ – kann aber auch für „Kinder“ stehen. Irgendwie passend zu diesen Spielen: Jeder kann es auslegen, wie es ihm gerade passt. Was auch für die eine oder andere Regel gilt. Zum Beispiel bei Anzügen von Skispringerinnen oder Short-Track-Überholmanövern von Gegnern der chinesischen Medaillenhoffnungen. Es gibt eben die schönen und die unschönen Geschichten im Schatten der Ringe. Und eines ist ganz sicher: Die 24. Olympischen Winterspiele sind alles, nur nicht unpolitisch! 

PS: Die Meinung vom Schorschla muss nicht immer mit der der Redaktion übereinstimmen.

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