Olympischer Frieden

Einfach ein paar Monate verlängern!

Hoffentlich hält der olympische Frieden

Es waren wunderbare, bunte Bilder. Emotionen, Tränen der Freude – und der Enttäuschung – herausragende Momente, überraschende Sieger und unglaubliche Favoritenstürze, fairer Sportsgeist und zermürbende Quarantäne. 17 Tage Olympische Spiele aus Peking, 17 Tage Zittern, Bangen, Feiern und Trauern. China präsentierte sich der Welt als perfekter Gastgeber und wurde dabei von IOC-Präsident Thomas Bach entsprechend hofiert. Imposante Sportstätten, futuristische Skischanzen und ein drachenförmiger Eiskanal, der für eine goldene Bilanz von „Team D“ sorgte, rundeten die 24. Spiele ab. 

Ja, es war diese völlig verrückte, zwei Kilometer lange Eisröhre, die „uns“ Platz 2 hinter Norwegen im Medaillenspiegel bescherte. 12 goldene, 10 silberne und fünf bronzene Medaillen wurden den deutschen Athlet*innen um den Hals gehängt, 16 mal gab es Edelmetall für unsere rasenden Kufenstars. Was aber waren die Momente, die es Schorschla so schnell nicht vergessen wird? Natürlich der Antritt des Nordisch-Kombinierers Vinzenz Geiger am letzten Anstieg vor dem Ziel, der „hast Du denn die Pfanne heiß“-Kommentar von Jens-Jörg Rieck beim Teamsprint der Frauen, der Jubel der Skispringer, nachdem diese sich mit 0,8 Punkten Vorsprung Platz 3 gesichert hatten und natürlich Denise Herrmann nach ihrem 15-Kilometer-Goldlauf im Biathlon. 

Aber Olympia 2022 war natürlich weit mehr als ein globaler Sportwettkampf. Es war – und schon in diesem Punkt hat es Schorschla eine ganz andere Meinung als Herr Bach – blanke und berechnende Politik. Allein die Vergabe dieser Spiele in das „Land der Mitte“ ist höchst fragwürdig. Auf Spiegel online wird treffend kommentiert: „Nach den Winterspielen in Peking weiß auch der Letzte: Das IOC ist endgültig zu einer heuchlerischen, seelenlosen Profitmaschine verkommen“. 

Und weiter: „Auf den ersten Blick ist alles bestens gelaufen für das IOC: China ist mit Sommerspielen 2008 und Winterspielen 2022 jetzt zur Genüge bedacht, die Sponsoren aus Fernost sind zufriedengestellt, das Geld ist eingestrichen, die Fernsehübertragungen haben gute Quoten gebracht. Und wer Atmosphäre will, bekommt sie künftig mit Paris 2024 und Mailand/Cortina 2026. Dann gibt es auch wieder schöne bunte Bilder“.

Seine Glaubwürdigkeit hat das IOC als Ausrichter der Spiele nicht erst durch Thomas Bach verloren. Aber der Deutsche hat die Heuchelei auf ein neues Maß gesetzt. Im Grunde begann der Ausverkauf des unschuldigen Sportsgeistes spätestens mit der Präsidentschaft von Juan Antonio Samaranch. Interessant in diesem Zusammenhang: Am Samstag hat das IOC dessen Sohn, Juan Antonio Samaranch junior, zu seinem Vizepräsidenten gewählt. Der junge Samaranch gilt als erster Anwärter auf die Nachfolge Bachs. Es wird also alles so weitergehen.

Die nahe olympische Zukunft spielt sich also wieder mitten in Europa ab. Bis Paris und Mailand gehört hoffentlich Corona längst der Vergangenheit an. Man kann sogar überlegen, ob man nicht sogar ein paar Tage live vor Ort vorbeischauen wird, diesen legendären olympischen Geist inhalieren und mit Sportlern und Fans gemeinsam feiern möchte. Peking 2022 ist Geschichte, ob wir daraus etwas gelernt haben, ist fraglich. Einen ganz ganz wichtigen Punkt dieser Spiele sollte man aber noch betonen: Den olympischen Frieden. 

Solange sich die Athlet*innen der Welt, wo auch immer, sportlich messen, schweigen die Waffen. Soweit die Theorie. Der schwelende Russland-Ukraine-Konflikt bringt die Diplomatie aktuell an ihre Grenzen. Und vielleicht sogar darüber hinaus. Hoffen wir alle, dass es beim „Säbelrasseln“ bleiben wird und dass auch in den kommenden Stunden, Tagen und Wochen trotz auffahrender Panzer und einer immer aggressiveren Drohkulisse nur sehr hoch gepokert, aber nicht geschossen werden wird. 

Könnte man den olympischen Frieden denn nicht wie eine Ausstellung aus aktuellem Anlass um einige Monate verlängern? Das wäre doch mal eine sinnvolle Aufgabe vor IOC-Präsient Thomas Bach. Aber nein, es Schorschla hat vergessen: Olympia ist ja komplett unpolitisch! 

PS: Die Meinung vom Schorschla muss nicht immer mit der der Redaktion übereinstimmen.

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